„Für ihr Alter ist Emma in einem ungewöhnlich guten Zustand.“ Das war die Aussage unserer Tierärztin bei der letzten Untersuchung.

Vor 1 ½ Jahren verkauften wir uns Haus und zogen in eine Mietwohnung. Im 1. Stock. Ich hatte die Befürchtung, dass unsere 11-jährige Hündin nicht dauerhaft die Treppe meistern würde und sah mich im Geiste schon einen 30 Kilo schweren Labrador die Stufen rauf- und runtertragen (was wohl den Auszug bedeuten würde 😉). Dem ist nicht so: Sie ist topfit!

Anderes Beispiel aus unserem Trainingsalltag: Ich lasse 2 Frauen im Alter von 70+ auf ein Step-Brett rauf- und runtersteigen (wie beim Treppensteigen eben). Die eine macht das mit links und kommt nicht mal so richtig aus der Puste und die andere kommt sehr schnell an ihre Grenzen.
Natürlich frage ich nach, woran das liegen kann. Die erste muss mehrfach täglich eine steile Treppe meistern, die andere wohnt in einem großen Haus, alles ebenerdig.

Darum geht es mir in diesem Post: Uns alle Hürden und Anstrengungen aus dem täglichen Leben regelrecht wegzuräumen, leitet den Verlust unserer so wichtigen Alltagsfähigkeiten ein. Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht gehen verloren, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Das spüren wir und werden dadurch noch immobiler, weil ängstlicher.

Und das zeigt uns unsere Emma gerade deutlich. Die Situation mit der Treppe, die sie mehrfach täglich meistern MUSS, hält sie fit. Und dadurch wird sie uns länger ein treuer und gesunder Begleiter sein können.  
Ich bin sehr froh, dass wir ihr das zugemutet haben.

Was denkst du darüber? Welche Erfahrungen hast du schon gemacht?