Viele werden jetzt denken, dass ihr Leben gerade sowieso schon schwer genug ist, und das ist mehr als verständlich.
Weshalb ich das geschrieben habe, ist:
Im Sport ist es für uns normal, dass wir es uns immer schwerer machen.
– Du willst stärker werden? Du hebst mehr Gewichte.
– Du willst mehr Ausdauer? Du läufst weitere Strecken.
usw.
Selbst im Beruf ist es für uns keine Frage:
– Du willst einen besseren Job? Du arbeitest mehr.
– Du willst mehr wissen? Du lernst mehr.

Alles ist darauf ausgerichtet, uns mehr zu belasten, um bei Problemen und Herausforderungen mit diesen besser umgehen zu können. Mit unserem Leben und damit auch unserer Lebenszeit gehen wir allerdings nicht so um.

Lasst uns das Leben mal wieder schwerer machen!

Die großen Dinge sehen wir, die schief laufen, aber die Kleinen übersehen wir nur allzu gerne – weil sie eben klein sind.
Die großen Veränderungen kommen aber durch die kleinen Dinge, die wir schon lange nicht mehr sehen. Hier ein paar Alltagsbeispiele:
Wir brauchen natürlich mehrere Handyladegeräte, wir wollen es nicht ständig suchen.
Wir brauchen eine Spagettizange, wir wollen nicht immer Löffel und Gabel nehmen.
Wir holen uns lieber Einlagen für unsere Schuhe, als wieder mal barfuß zu laufen.
Wir holen uns lieber einen Hometrainer, obwohl wir eigentlich schon wissen, dass darauf wahrscheinlich nachher die Handtücher getrocknet werden:-)
Wir nehmen lieber Tabletten gegen hohen Blutdruck, als etwas dagegen zu tun.

Lasst uns das Leben mal wieder schwerer machen! Das könnte die Lösung für so viele Probleme sein, die wir heute für unveränderlich halten.
Denkt mal wieder über die kleinen Dinge nach. Setzt euch mal wieder auf den Boden, wenn ihr abends Filme guckt. Lauft mal wieder barfuß nach draußen, obwohl es kalt ist. Stellt euch mal wieder beim Zähneputzen auf ein Bein.

Dass die meisten unserer Probleme selbst gemacht sind, da würde wohl die Mehrheit zustimmen, aber wie wir da raus kommen, da gehen die Meinungen weit auseinander.
Meine Meinung ist absolut subjektiv, aber für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre. Das trifft sowohl auf mein tägliches Leben zu als auch auf meine Rolle als Trainer.
Ich bin so nett zu mir gewesen und habe es mir so gemütlich gemacht wie es ging, ohne zu ahnen, wo es mich hinführt.
Das Leben wurde immer „leichter“ und ich immer schwerer. Der orthopädisch geformte Stuhl immer teurer und meine Rückenschmerzen immer mehr.
Ich könnte die Liste immer weiter fortsetzen, aber unter dem Strich galt immer eins:
Je bequemer und leichter ich es meinem Körper und Geist machen wollte, desto schlimmer wurde es.
Für mich ist es heute absolut klar, meine Resistenz gegen Krankheiten und Überforderung im Alltag wächst mit der „Belastung“ die ich mir vorher durchlebt habe.

Lasst uns das Leben mal wieder schwerer machen, damit es wieder leichter wird.