Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Firmeninhaber, in dem es um Ergonomieberater ging. Er beschrieb mir, wie er einen Ergonomieberater in seine Firma holte, der 1 Tag durch alle Räume lief und ihm danach empfahl, Schreibtische und Stühle für mehrere tausend Euro zu beschaffen.

Ein kurzer Auszug aus Wikipedia – Ziele der Ergonomie:
„Ein anderes Ziel ist die ergonomische Arbeitsgestaltung, bei der es darauf ankommt, effizientes und fehlerfreies Arbeiten sicherzustellen und die Menschen vor Gesundheitsschäden auch bei langfristiger Ausübung einer Tätigkeit zu schützen.“

Als Firmeninhaber möchte ich, dass meine Mitarbeiter gesund sind, denn jeder Mitarbeiter ist schließlich eine Investition. Nach der obigen Definition von Ergonomie wäre Bewegung ein elementarer Bestandteil. Warum aber ist die Umsetzung so gegensätzlich? 

Ein Beispiel: Den Firmen werden immer neue ergonomische Stühle vorgestellt, auf denen ihre Mitarbeiter noch länger sitzen können. Diese Stühle sind dafür gebaut, dass man sehr lange darauf sitzen kann, ohne Druckschmerz zu fühlen. Das ist allerdings katastrophal, denn dieser Druckschmerz signalisiert dem Körper – du musst dich jetzt bewegen.
Wenn dieses Signal ausbleibt, dann leidet die Grundstruktur, also die Knochen.
Jeder, der schon mal einen Gipsarm gehabt hat, der weiß genau, wie der Arm aussieht, wenn er über Wochen ohne Bewegung still gehalten wird. Genau das passiert auch mit dem Rücken, nur sehr schleichend und deshalb erst dann spürbar, wenn es zu spät ist. Gleichzeitig machen wir den Mitarbeitern Angebote, bei denen wir Fitnessangebote finanziell unterstützen oder ihnen Massagegutscheine zu Weihnachten schenken. 

Was, wenn beides völlig unnötig wäre?

Ok, zugegeben, ich bin ein Stück weit besessen von Bewegung, aber was noch viel wichtiger ist, ich erlaube dem Körper seine eigenen Schutzfunktionen zu behalten. In einer Firma ist das aus meiner Sicht der Schlüssel zu gesunden und motivierten Mitarbeitern ohne große Kosten zu verursachen.